Im Projekt acht Berufe vorgestellt

05.03.2015 CJD Wissen « zur Übersicht

Wissen."Probieren geht über Studieren"- "Träume nicht, lebe!"-
Alles das sind vertraute Redensarten, deren Wahrheitsgehalt Schüler der Marion-Dönhoff-Realschule plus Wissen im Rahmen eines Berufsorientierungsprojekts überprüfen konnten. Mit von der Partie waren die Berufsreife- Klassen der Bertha-von-Suttner-Realschule plus Betzdorf.
Schon im Jahr zuvor hatten das Bundesministerium für Bildung und Forschung  (BMBF) und das Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) das Projekt angeregt und finanziert. Die Durchführung lag in den Händen diverser Dozenten und Ausbildungsmeister des Christlichen Jugenddorfs Wissen (CJD).
"Der Sinn einer solchen Erprobung liegt auf der Hand", sagte Katharina Aulmann, Jobfux an der Marion-Dönhoff-Realschule plus Wissen und Westerwaldschule Gebhardshain, die an der Organisation des Projekts maßgeblich mitgewirkt hatte. Für ihre weitere Beratung der Schüler zu der Frage, wohin die berufliche "Reise" nach der neunten Klasse gehen soll, sind Erfahrungen aus unterschiedlichen Berufserprobungen wertvoll.
Theorie und Praxis müssen immer verglichen  werden, wenn man Berufe kennen lernen möchte. Das steht für Jugendliche der Vorentlassklassen aller modernen Schulen auf dem Programm. "Man muss beides tun: BerufeNet, beroobi, Fachbücher- und zeitschriften und weitere studieren. Gleichzeitig muss man in der Praxis überprüfen ob man selbst den beschriebenen Beruf auch so wahrnimmt und Interesse an ihm findet", beschrieb Aulmann. "Und manchmal muss man auch scheinbar hässliche Frösche küssen", meinte sie, "einfach ausprobieren", ob sich hinter einem Beruf wie "Fachkraft für Lagerlogistik" oder dem Thema "Textil" nicht doch etwas verbirgt, wofür man Talent hat. Dann kommt nämlich beim Essen auch der Appetit.
Im Projekt standen acht verschiedene Berufsfelder aus Handwerk, Gesundheit/ Pflege und kaufmännischem Umfeld zur Wahl. Zuvor konnte jeder Schüler im Rahmen einer "Potenzialanalyse" feststellen, wofür er besonderes Talent hat.
Danach begannen die Werkstatttage: Jeder probierte drei Berufe aus und konnte im letzten Schritt einen davon noch tiefer gehend erkunden. Für diese Erkundungen hatten Bertram Aust, verantwortlich beim CJD für die Durchführung, und seine Mitarbeiter Betriebe der Region gewinnen können.
Und die Jugendlichen selbst? Sie waren teils bass erstaunt, wie anders ein Beruf sich in der eingenen Hand anfühlt, als er in der Fantasie aussieht. Großenteils zeigten die Jungen und Mädchen, dass sie grundsätzlich Talent und Arbeitsbereitschaft besitzen. Sichtbar wurde dies besonders gut in kleinen Gruppen und im fremden Umfeld. An dieser Stelle seuften die Klassenlehrer hörbar auf. "Es ist doch beruhigend, wenn man sieht, dass auch diejenigen Schüler, die in der Schule oft auf Krawall gebürstet sind, vernünftig arbeiten und sich freundlich verhalten können", stellte Antje Schäfer fest.
Das schönste Kompliment ging an die Arbeitsgruppe Holz in ihrer Vertiefungsphase. "Wir haben anfangs gekämpft. Auch um Umgangston und Respekt. Aber jetzt würde ich von den sieben Jungs fünf in die Ausbildung nehmen", bilanzierte Tischlermeister Flick.
Quelle: Rhein-Sieg-Zeitung, 02.03.2015