Turnier des CJD zeigt: Fußball verbindet Kulturen

12.04.2017 CJD Wissen « zur Übersicht

Wenn man die in der Konrad-Adenauer-Sporthalle in Wissen vorherrschende Stimmung als Gradmesser nimmt, hätte man glauben können, man sei in ein großes, globales Fußballturnier geraten,bei dem sich die besten Mannschaften der Welt treffen. Rhythmisches Klatschen und laute Anfeuerungsrufe begleiteten die Spieler der 13 Mannschaften, die um den Sieg käimpften, als gingees um alles.

Dabei hatten die Verantwortlichen des Christlichen Jugenddorfes Wissen (CJD) um Leiterin Anette Kexel, Markus Kluge, den Teamleiter für Sport und Freizeit, und Arbeitscoach Andreas Rott eigentlich nur einen Versuchsballon starten wollen, ,,Wir haben befreundete Einrichtungen gefragt, ob sie an unserem Fußballturnier teilnehmen wollen, und die Resonanz war so groß, dass wir am Ende leider nur die Hälfte der Bewerber einladen konnten", beschrieb die Leiterin die ersten Schritte. Danach wurde geplant und organisiert: Spielpläne mussten erstellt, für Verpflegung, medizinische Versorgung und sportliche Ausnistung gesorgt werden. Hier half die befreundete Fahrschule Selims aus Siegen, die Trikots und Fußbälle sponserte und selbst am Turnierteilnahm.

Dass dieses Fußballturnier sowohl aus sportlicher Sicht als auch als integrationsfördernde Maßnahme ein voller Erfolg wurde, lag vor allem an den Spielern aus neun Nationen, die auf dem Feld alles gaben, um den begehrten Siegerpokal nach Hause zu holen. Ob es Jungs aus Ghana, Algerien, Äthiopien oder Deutschland allesamt im Alter zwischen 15 und 19 Jahren waren, die in den Mannschaften gemeinsam miteinander kämpften oder deren mitgereiste Fans auf den Tribünen, die ihre Spieler begeistert anfeuerten: Uberall war eines deutlich spürbar: Fußball überwindet Sprachbarrieren, Fußball ist vorurteilsfrei und Fußball fördert das Miteinander. Das gemeinsame Erlebnis von Sieg und Niederlage, die gemeinsam geftihlten Emotionen wie Trauer, Wut und Schmerz nach einem knapp verlorenen Spiel schweißen ebenso zusammen wie der gemeinsame Jubel nach einem erzielten Tor.

Gerade im Fall des ,,Herzschlagfinales" zwischen Selims Fahrschule aus Siegen und dem CJD Wissen wurde dies überdeutlich, als der aus Gambia stammende Cherno Berry vom CJD Wissenvier Sekunden vor Schluss unter unglaublichem Jubel den erlösenden Ausgleichstreffer erzielte, der dann zum 9-Meter-Schießen und schließlich zum Turniersieg dank zweier reaktionsschneller Paraden des hervorragenden Torwartes Rico Burggraf führte.

Und so war dieses Turnier, an dem Mannschaften aus Siegen, Frechen, Königswinter, Hanau, Betzdorf und Altenkirchen teilnahmen, auch weit mehr als ,,nur Fußball", Es war ein deutliches Zeichen für ein faires Miteinander und für gelebte Freundschaft über Sprach- und Landesgrenzen hinaus.

Angesichts des wahrhaft tollen Erfolges planen die Verantwortlichen des CJD Wissen bereits jetzt eine Neuauflage im nächsten Jahr. Dann soll das Turnier allerdings an zwei Tagen stattfinden, damit noch mehr Mannschaften teilnehmen können an diesem Ereignis, das Fußball zu weit mehr macht als einem Spiel.

 

Quelle: Text und Foto ©Rheinzeitung